WER SCHRAUBT, KANN AUCH INSTA… 


MOTOR:

 „MUSTANGKLAUS“

 Weltgrößter Mustang-Fan kommt aus Essen 

VON STEPHAN LEIFELD

Vor der Haustür  steht ein Ford Mustang, 2020er Baujahr, es ist der dritte Mustang in Stadlers Leben. Klaus hat sich in dieses US-amerikanische Kult-Auto einfach verliebt, erzählt er mit leuchtenden Augen.


Ford ist dabei nicht unbedingt überall bekannt für formschöne Autos. Allerdings ´baut der Autohersteller das Modell Mustang mittlerweile seit beinahe sechzig Jahren. Immer oder meistens mit acht Zylindern. „Der ist in Amerika so verbreitet wie hier früher der Käfer“, erklärt der 56-Jährige Essener. Erst seit 2015 gibt es den Mustang regulär auf dem deutschen Markt, resümiert er weiter: „Wer vorher einen wollte, musste ihn aus den USA importieren.“


Klaus Stadler ist gelernter Kfz-Mechaniker. Seine Liebe für den Mustang entdeckte er bei einem USA-Besuch im Jahre 1983. 

Doch erst 2011 kaufte er sich seinen ersten eigenen Mustang – ein schwarzes Cabrio. „Hätte mir damals einer gesagt, was der Kauf alles bewirken und wie er meinen Lebenslauf beeinflussen würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt“, schreibt Stadler in seinem jetzt erschienenen Buch „Mustang Klaus – wer schraubt, der kann auch Instagram“.


Zwölf Jahre später nun zählt Klaus Stadler zu den wichtigsten „Auto-Influencern“ weltweit. Seine Aktivitäten im Internet werden von so vielen Menschen auf dem ganzen Globus beobachtet, dass Stadlers Stimme Gewicht hat – bei Herstellern, in der Tuning-Szene, in PR-Agenturen und nicht zuletzt auf Messen, auch auf der Messe „Essen Motor Show“. Dort hat Stadler seit Jahren seinen eigenen Stand in Halle 8, wo ich ihn auch in diesem Jahr an zwei Tagen besuchen konnte. 


Einige Stände sahen aus, wie ich sie aus früheren Jahren in Erinnerung hatte… 3er BMW getunt, Porsche 911 getunt… als wäre bei der Essener Motorshow die Zeit in den letzten Jahrzehnten stehengeblieben. Elektrisch fahrende Autos sind mir nicht aufgefallen. Und das schönste Auto der ganzen Veranstaltung war - wie sollte es in diesem Jahr auch anders sein: der dunkelgrüne Ford Mustang aus dem Film mit Steve McQueen „Bullitt“. 


Meine Söhne Tristan, Tharon und ihr Freund Jamiro, waren megastolz, als Klaus seine Verbindungen nutzte, damit ein Selfie mit den „Steel Buddies“ möglich wurde …und ich sah manchmal besorgt zu, wie die Digital-Evolution Carrerabahn an seinem Stand, von zahlreichen Messebesuchern „zerlegt“ wurde, die in den Kurven das „Gas nicht gedrosselt haben“ und quasi geradeaus weiterfuhren…


So kamen Klaus und ich noch auf das Thema „Punkte in Flensburg“ und angemessenes Fahren. Klaus und ich haben keine Punkte und der Influencer sieht sich auch als Vorbild, wenn er kritisch anmerkt, wie viele junge Menschen mit geliehenen Autos, die in Relation zu ihren Fahrkünsten zu hoch motorisiert sind, sich selbst und andere regelmäßig in Lebensgefahr bringen. Dann sprachen wir noch über seinen Vater, der viel zu früh verstorben ist, den aber alle für seine Schrauberfähigkeiten in der früheren Nachbarschaft respektierten, dessen VW Jetta und andere individuell verschönerten und getunten Boliden… und waren uns einig, dass das in seinem Buch mehr als nur sein eigener Weg ist, vom Schrauber zum Influencer, sondern auch ein literarisches Denkmal für seinen Papa.

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